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Machen Sie mit beim Projekt open-psalter!

Rund zwei Jahre lang mussten Chöre auf das verzichten, was ihnen doch so sehr am Herzen liegt: das gemeinsame Singen. „Jetzt erst recht!“, kann deshalb nur die Antwort auf diese Zeit sein.

An einem großen Klangerlebnis mitzuwirken, soll während des Schütz-Festjahres 2022 im Mittelpunkt stehen. Denn Heinrich Schütz war es ein besonderes Anliegen, mit seiner Vertonung des „Becker-Psalters“ die Grundlage dafür zu schaffen, Menschen aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft singend zusammenzuführen. Unsere so vielfältige Chorlandschaft lebt von Verbindungen innerhalb von Chören und Vokalensembles, aber auch der Chöre und Singgemeinschaften untereinander. Anlässlich des 350. Todestages des Komponisten Heinrich Schütz laden der Verein Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (MBM) als Veranstalter des Projektes SCHÜTZ22 – „weil ich lebe“ und der Verband Deutscher KonzertChöre (VDKC) zu dem Videoprojekt open_psalter ein, in dessen Mittelpunkt der „Becker-Psalter“ von Heinrich Schütz steht.

Ähnlich wie auch der Komponist es in seiner Zeit erleiden musste, ist das Jubiläumsjahr 2022 von signifikant krisenhaften Ereignissen geprägt. Corona, Klimakrise, militärische Konflikte sowie die weltweiten Flüchtlingsbewegungen sind ebenso herausfordernd wie irritierend und lassen uns nach Sicherheiten suchen. In den Zeiten des Dreißigjährigen Krieges vermochte es Schütz mit seinen Vertonungen der Psalmdichtungen von Cornelius Becker, den Menschen Glaubenstrost und Hoffnung zu spenden. Ganz im Sinne Luthers ging es ihm darum, das biblische Wort durch die Musik lebendig erfahrbar und verstehbar werden zu lassen.
Mit vierstimmigen Sätzen, die im kirchlichen wie im Hausgebrauch mit wenig Aufwand nutzbar waren, schuf der Komponist ein Kompendium von Stücken, das einerseits das wohl am meisten verbreitete Werk des Meisters war – bereits zu Lebzeiten erschienen 1628, 1640 und 1661 drei Ausgaben – andererseits in seiner Gesamtheit bis heute nirgends aufgeführt und auf Tonträger produziert wurde. Um diese „Lücke“ zu schließen, rufen der VDKC und die MBM gemeinsam ein Projekt ins Leben, das die von Schütz von Beginn an beabsichtigte Teilhabe an Musik in den Mittelpunkt stellt. Alle 150 Psalmlieder des „Becker-Psalters“ sollen nun jeweils als Video in einer Gesamteinspielung verfügbar gemacht werden.

Alle Chöre und Vokalensembles sind eingeladen, die Psalmvertonungen in Ton und Bild aufzunehmen und damit nicht nur die weltweit erste Gesamtaufnahme des „Becker-Psalters“ SWV 97–256 von Heinrich Schütz anhör- und ansehbar werden zu lassen, sondern auch zu einem vielfarbigen Kompendium deutscher und internationaler Chöre und Vokalensembles beizutragen, die sich zudem jeweils mit kurzen Einführungen selbst vorstellen und präsentieren können.

Auf www.open-psalter.de, dem digitalen Zentrum des Projektes, entsteht zudem ein Kompendium mit musik- und geistesgeschichtlichen Hintergrundinformationen sowie Interviews mit Expertinnen und Experten unterschiedlicher Wissensgebiete.

Ziel

Ergebnis des von der MBM im Rahmen des Schütz-Jubiläumsjahres initiierten und in Kooperation mit dem VDKC realisierten Projektes open_psalter wird eine Sammlung von Videos unterschiedlicher Vokalensembles sein, die jeweils einen oder mehrere der von Heinrich Schütz vertonten Becker-Psalmen eingesungen haben – im besten Fall liegt am Ende eine Gesamteinspielung vor. Das zeitliche Ziel des Projektes ist der 350. Todestag von Heinrich Schütz am 6. November 2022.

Anmeldung

Registriert Euch auf www.open-psalter.de und wählt aus den Psalmvertonungen eine (oder mehrere) aus, die Ihr aufnehmen möchtet. Über den Navigationspunkt „MITMACHEN“ könnt Ihr Euch in der Repertoireliste den/die gewünschten Psalm/en für Euren Chor reservieren. Diese Reservierung gilt zunächst für zwei Monate. In dieser Zeitspanne solltet Ihr Euch über alle Details Eurer Produktion Klarheit verschafft haben und uns ein verbindliches Einsendedatum für die Videos nennen. Falls wir keine dahingehende Information erhalten, erlischt die Reservierung nach zwei Monaten automatisch.

Noten

Das Aufführungsmaterial muss durch den Chor jeweils selbst beschafft werden. Über die Website www.open-psalter.de werden Links zu Noten-PDFs zur Verfügung gestellt. Weitere Anlaufstellen/Quellen sind z.B. die Heinrich-Schütz-Häuser Bad Köstritz und Weißenfels, die einschlägigen Musikbibliotheken der großen Städte und Musikhochschulen, Digitalisate von Bibliotheken, das Projekt „Heinrich Schütz: Becker-Psalter im Kirchenjahr“ des Zentrums für Kirchenmusik der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und natürlich die Gesamtausgaben der Verlage Carus und Bärenreiter. Nähere Informationen dazu findet Ihr ebenfalls auf der Projektwebsite.

Aufnahme

Die Gesamteinspielung soll möglichst hohen Anforderungen gerecht werden. (Schließlich handelt es sich hierbei auch um eine bleibende Präsentation Eures Ensembles!) Aufnahmen über Kamera-Mikrofone sind ungeeignet. Vielleicht sind auch die hier zusammengestellten Hinweise hilfreich für Euch: https://www.thomann.de/de/onlineexpert_topic_choraufnahme.html.

Optimal ist ein Video in Full-HD-Auflösung (1080p) und eine Bitrate von ca. 8000 Kbit/s, mindestens jedoch 720p (HD Ready) mit 5000 Kbit/s. Jedes Video ist mit dem projektbezogenen Intro und Outro zu versehen. Dieses Material steht zum Download auf www.open-psalter.de zur Verfügung. Dort findet Ihr zudem redaktionelle Vorgaben für den Abspann. Nachdem Ihr Eure Einspielung über eine projektinterne Cloud eingesendet habt, wird sie von einer Jury gesichtet. Anschließend veröffentlichen wir das Video auf YouTube in einem eigenen Kanal und binden es auf der Projektwebsite www.open-psalter.de ein. Die Aufnahme soll sich an der historischen Aufführungspraxis der Schütz-Zeit orientieren, daher sind eine reine A-cappella-Besetzung oder ein begleiteter vierstimmiger Satz wohl die beste Wahl. Doch auch ein ergänzender Bläsersatz oder eine an der Entstehungszeit orientierte Continuo-Begleitung sind denkbar. Selbst eine solistische Besetzung mit Instrumentalbegleitung ist im Sinne Schütz‘. Die Vielzahl der Strophen ermöglicht Euch zudem eine sehr variantenreiche Interpretation. Wendet Euch bei Fragen dazu gern an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Setzt Euren Chor in Szene! – beispielsweise in einem architektonischen Kontext, der zu der aufgeführten Musik passt. Gern können die Aufnahmen in oder vor Kirchen, Räumen bzw. Gebäuden gemacht werden, die ihren Ursprung zu Lebzeiten von Heinrich Schütz oder in dieser Zeit eine besondere Bedeutung hatten.

Ihr habt zudem die Möglichkeit, Euren Chor zusätzlich in einem eigenen Kurzvideo (max. 60 Sekunden) zu porträtieren. Die Einbindung dieses zweiten Videos auf der Projektwebsite erfolgt in unmittelbarer Verbindung zu Eurem Schütz-Beitrag. Solltet ihr kein Imagevideo liefern wollen oder können, so präsentiert Euch alternativ gern mit einem Foto Eures Chores. Ergänzt wird das Ensembleporträt durch eine Kurzvita von max. 1.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) sowie ggf. durch einen Link zu Eurer Website.

Finanzierung

Für die Realisierung und Finanzierung der Aufnahme ist der jeweilige Chor selbst verantwortlich. Der VDKC und die MBM können keine direkten finanziellen Zuschüsse gewähren. Wir empfehlen, bei Bedarf sämtliche Förderprogramme auf Euer Vorhaben hin zu prüfen: https://frag-amu.de/foerdermittel